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Lager automatisieren: In 6 Schritten zum automatisierten Lager

Automatisierung28. Juni 2026 · Dipl.-Ing. Thomas Zach · 8 Min. Lesezeit

Steigende Volumina, Personalmangel, Flächenknappheit: Die Gründe für Lagerautomatisierung sind vielfältig. Doch zwischen der Idee und einer funktionierenden Anlage liegt ein Weg, der Struktur braucht. So gehen Sie ihn richtig.

Das Wichtigste in Kürze
  • Automatisierung lohnt sich bei hohen Volumina, wiederkehrenden Abläufen und Personalengpässen.
  • Halbautomatisch ist oft der bessere Einstieg als das Vollausbau-Großprojekt.
  • Der Erfolg entscheidet sich vor der Technik: bei Daten, Prozessen und Konzept.

Wann lohnt sich Automatisierung?

Drei Signale sprechen deutlich dafür: Ihr Volumen wächst schneller als Ihre Fläche, Sie finden kein Personal für Kommissionierung und Nachschub, oder Ihre Fehlerkosten steigen mit dem Durchsatz. Wer eines dieser Probleme hat, sollte rechnen.

Vollautomatisch oder halbautomatisch?

KriteriumHalbautomatischVollautomatisch
InvestModerat, stufenweiseHoch, projektgebunden
BeispieleWare-zur-Person, Pick-by-Systeme, einzelne FördertechnikAutomatisches Verteilzentrum, HRL mit RBG/Shuttle
FlexibilitätHochGeringer, dafür maximale Leistung
AmortisationOft 1–3 JahreTypisch 5–10 Jahre
Geeignet fürWachstumsphase, BestandslagerHohe, planbare Volumina

Schritt 1: Daten analysieren

Auftragsstrukturen, Artikelspektrum, Saisonspitzen, Wachstumsszenarien: Ohne belastbare Datenbasis wird jede Anlage falsch dimensioniert – zu klein ärgert täglich, zu groß kostet Millionen.

Schritt 2: Prozesse optimieren

Automatisieren Sie nie den Ist-Zustand. Erst Prozesse straffen, Sortiment bereinigen, Stammdaten pflegen – dann automatisieren. Sonst zementieren Sie Ineffizienz in Stahl und Software.

Schritt 3: Konzept und Layout entwickeln

Jetzt entsteht die Lösung: Technologieauswahl (RBG, Shuttle, AGV, Fördertechnik), Materialflusskonzept, Layoutvarianten – idealerweise mit Simulation der kritischen Szenarien. Hier fällt die wichtigste Kostenentscheidung des Projekts.

Schritt 4: Ausschreiben und vergeben

Anforderungen statt Lösungen ausschreiben, messbare Abnahmekriterien definieren, Angebote systematisch vergleichen. Wie das gelingt, lesen Sie unter „Die 7 häufigsten Ausschreibungsfehler".

Schritt 5: Realisieren

Klare Projektstruktur, konsequentes Termin- und Schnittstellenmanagement, Pflichtenheftprüfung und Begleitung von Bau und Montage. Integration nicht vergessen: Brandschutz, Roboter und FTS brauchen früh definierte Übergabepunkte.

Schritt 6: In Betrieb nehmen und hochfahren

Die Inbetriebnahme ist kein Termin, sondern eine Phase: Testbetrieb, Mitarbeiterschulung, schrittweiser Hochlauf mit definierten Leistungsstufen. Wer hier Zeit einplant, vermeidet den klassischen Fehlstart zur Hochsaison.

Praxis-Tipp

Planen Sie den Go-Live nie unmittelbar vor Ihrer Saisonspitze. Drei Monate Puffer zwischen Hochlauf-Ende und Peak haben schon viele Projekte gerettet.

Sie denken über Automatisierung nach?

Ich begleite Sie durch alle sechs Schritte – von der Datenanalyse bis zum Hochlauf, unabhängig und lieferantenneutral.

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